Haltungsbedingungen
* Innengehege für Frühjahr/Herbst
Für die kühleren Temperaturen im Herbst und Frühjahr kann man mit einem Innengehege arbeiten. Ganz wichtig! - Schildkröten brauchen UV-Licht, um Vitamine zu produzieren. Außerdem können sie ihre Körpertemperatur selbst nicht regulieren, diese passt sich stets der Umgebung an. Deshalb müssen sie einen Sonnen-/ Wärmeplatz zur Verfügung haben und kühlere bzw. Schattenplätze, zwischen denen sie nach Belieben wechseln können. Dafür empfehle ich z.B. die Lucky Reptile - Bright Sun Dessert UV 70W mit Vorschaltgerät und Keramikfassung. Diese Lampe gibt sowohl UV-Strahlen als auch Wärme ab. Die Glühbirne der UV-Lampe sollte jährlich gewechselt werden, da die UV-Anteile trotz anscheinend noch intakter Lampe deutlich nachlassen und der Schildkröte nicht mehr ausreichen.
Es sollte mehrere Versteckmöglichkeiten und Pflanzen im Gehege vorhanden sein.
Der Boden sollte unterschiedlich strukturiert sein. Ich empfehle am Futterplatz und dem Sonnenplatz einen Lavamulch (Körnung 8 bis 16 mm), andere Plätze bzw. das restliche Gehege kann mit Schildkrötenerde (z.B. von Floragard) bedeckt sein. Ungeeigneter Bodengrund sind sämtliche Rindenmulcharten und auch Sand. Der ist sehr scharfkantig, verletzt Augen und Schleimhäute und kann bei versehentlichem Verzehr sogar zum Darmverschluss führen.
Man muss nicht unbedingt mit einem Inngehege arbeiten, sondern es gibt auch die Möglichkeit, mit einem „Frühbeet“, den Schildkröten den Aufenthalt im Garten zu ermöglichen, auch wenn es die Außentemperaturen noch nicht zulassen (siehe unten „Außenhaltung/ Frühbeet“).
Außengehege
Für das Außengehege sollte der sonnigste Platz im Garten gewählt werden. Schattenplätze darin werden durch die Pflanzung verschiedener Kräuter (z.B. Thymian oder Lavendel, die selbst nicht gefressen werden) oder verschiedene am besten natürliche Unterschlupfmöglichkeiten erreicht. Auch andere ungiftige Gewächse bzw. Futterpflanzen, wie Löwenzahn Spitzwegerich, Breitwegerich, Vogelmiere Klee und vieles vieles mehr kann man einsetzen.
Der Boden im Außengehegen sollte auch unterschiedlich strukturiert sein. Zum einen können Bereiche mit normalem Mutterboden, ggf. gemischt mit Schildkrötenerden, damit er lockerer wird, bedeckt sein, andere Bereiche können steinig sein, auch gemischt mit ein paar Kalksteinen. Ebenso sind reichlich Versteckmöglichkeiten anzubieten
Für Jungtiere sollte das Gehege noch nicht so groß sein, so circa 1x2 Meter plus die Größe vom Frühbeet. Man sollte das Gehege von oben gegen Fressfeinde, wie zum Beispiel Krähen oder Dohlen, und von unten mit einem Gitter gegen Ratten, Marder usw. schützen. Das Freigehege von adulten Schildkröten sollte dagegen deutlich größer sein, pro Tier braucht es ca. 10 m², bei 2 Tieren 20m² usw. Die Ausstattung entspricht den oben genannten Empfehlungen und natürlich auch dem Frühbeet mit entsprechender Technik.